Sonntag, 11. März 2012

! (65)

Aus der Reihe "Mathematik für Dummies":

Sonntag, 8. Jänner 2012

The Flow

"Du kannst jetzt ein bissl surfen." - Lieb gemeint, hat aber einen nennenswerten Haken: Es funktioniert nicht. "Ein bissl surfen" existiert nicht. Genausowenig wie ein bissl schlafen, ein bissl faulenzen, ein bissl entspannen. Denn "ein bissl" impliziert, dass das Bissl binnen kurzer Zeit vorüber ist. Wäre. Denn dann ist man nicht da. Dann ist man verteilt. Dann schwebt man im Raum. Zerfließt in der Ebene. Verschmilzt mit der Matratze. Und diesen Zustand zu verlassen, kann gewaltig anstrengend und zeitraubend sein. Es heißt ja nicht umsonst, man muss "sich sammeln".

Donnerstag, 24. November 2011

! (64)

Neulich im Obi. Unsereiner benötigt eine Beratung bezüglich Bohrmaschinen. Am Informationsschalter befindet sich eine Dame, die man mit seinem Problem konfrontiert. Sie weist in die Gegenrichtung und meint: "Da fragen S' am besten den Herrn da hinten, den mit dem breiten Scheitel." Ich folge dem ausgestreckten Zeigefinger und erblicke 20 Meter weiter besagten Herrn - mit einem gleichsam dem Bilderbuch entrissenen Erwin-Pröll-Gedenkhaarkranz.

Tränen schießen in die Augen, das Zwerchfell hebt an zu erbeben. Die Dame bemerkt das wohl und fügt gespielt erschrocken hinzu: "... aber sagen S' ihm das bitte nicht!"

Freitag, 21. Oktober 2011

! (63)

Im Wandel der Zeit:

Jahrhunderte, -tausende, -millionen tanzten Libellen ums Licht.

Dann kam das Fernsehen. Und plötzlich tanzten die Menschen mit den Libellen ums Licht.

Dienstag, 11. Oktober 2011

! (62)

20 Gran = 1 Skrupel
3 Skrupel = 1 Quintlein
4 Quintlein = 1 Loth
2 Loth = 1 Unze
12 Unzen = 1 Wiener Medizinal-Pfund

Wenn die Apotheker von Anfang an mitm Dezimal-Kilo gewogen hätten, hätte deren Beruf wahrscheinlich damals wie heute eher die Wertigkeit eines Billa-Kassiers...

Dienstag, 27. September 2011

! (61)

Mei Hund, der hot drei Zecken,
drei Zecken hot mei Hund.
Und hätt er net drei Zecken,
donn warat er gesund.

Donnerstag, 1. September 2011

Der Kreis

Horak schaute ungläubig auf X. Doch ja, es war eindeutig: X winkte ihn zu sich. Und Horak freute sich. Lange hatte er dem verschworenen Grüppchen zugesehen. War mal näher, mal ferner, aber in Gedanken immer mittendrin. Leider nur in Gedanken. Es war nicht so, dass sie ihn schnitten - ganz im Gegenteil. Sie waren stets freundlich und fröhlich zu ihm und gestatteten ihm regelmäßig einen Blick in den Kreis. Aber eben nur einen Blick - Horak war stets nur Tangente, der Kreis blieb ihm verschlossen. Jetzt endlich sollte er Einlass finden in den inneren Zirkel? X winkte ihn herbei, der Kreis öffnete sich. Horak freute sich. Er malte sich aus, wie schön doch die Zukunft sein könnte. Endlich innerhalb des Kreises. Er würde dazugehören. Er wäre gefragt. Nicht nur einfach geduldet. Nicht wie bisher, wenn er sie reden hörte, und sie es bemerkten, und sie ihn höflicherweise fragten, ob er vielleicht auch... als Tangente. Nein, nicht mehr. Dazugehören. X winkte immer noch. Horak freute sich. Er beschleunigte seine Schritte.

Er vernahm etwas im Augenwinkel. Jemanden. Er stutzte und blickte sich um. Hunderte, Tausende. Manche mit, manche ohne Scheuklappen. X winkte.

"Freue dich über jede Ent-täuschung! Es ist eine Täuschung, die zu Ende gegangen ist."
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