Montag, 23. Mai 2011

Rampenlicht

Der Schweiß auf der Stirn,
die Leere dahinter.
Die Grade vom Frühling,
die Stimmung vom Winter.
Das Puder im Auge,
das Make-up zerfließt.

Die Spannung zerreißt dich,
sie führen dich ins Licht,
es ist unvergleichlich,
du kennst es noch nicht.
Du wirst nie vergessen,
es bleibt dir im Kopf.

Das Tosen der Massen,
dazwischen die Ruhe
vorm Sturm. Wird es passen,
was ich heut hier tue?
Du brauchst dich nicht sorgen,
es wird halb so schlimm.

Dienstag, 22. März 2011

! (60)

Des Oita is a Hund
ollawäul muaß ma aufpassn
dass ma si ned unnedig valetzt

Geht scho in da Fruah los
do soitast net mitn foischn Fuaß
des Bett valossn

In da Dusch muaßt aufpassn
dassd beim eine und außesteign
kan Fritzelack hilegst

Und wonnst donn ind Firma foahrst
und vua da Bim a Brezn reißt
schaust aa liab aus

Deswegn geh i goarnimma ausm Bett auße
wäul donn is ma auf da sichan Seitn

Donnerstag, 10. März 2011

! (59)

Wieder mal eine "anstrengende" Wikipedia-Session hinter mir. Über ausgestorbene Sprachen, Trümmersprachen - Sprachen, die der Nachwelt zwar in Schriftfragmenten erhalten geblieben sind, aber eben nur in Trümmern, also aufgrund dessen, was man gefunden, ausgegraben, konserviert hat, nicht mehr vollständig in Rechtschreibung und Grammatik wiederherstellbar sind.

Ich kann mir grad lebhaft vorstellen, was sie in 1000 Jahren für einen Eindruck von der deutschen Sprache bekommen müssen, wenn ihnen ein alter Facebook-Server in die Finger kommt...

Donnerstag, 10. Februar 2011

! (58)

Wer mit Worten nicht ins Schwarze trifft,
dem bleibt nur der Griff zum Zeichenstift.

Montag, 31. Jänner 2011

Nur die Wurscht hat zwei

Vielen meiner tausenden Lesern mag es schon aufgefallen sein: Ich schreib nimmer so oft. Es gibt einen eindeutigen Schuldigen dafür: Mark Zuckerberg. Facebook ist vielleicht nicht grad der Tod, aber doch die immerwiederkehrende Lungenentzündung eines Blogs. Aber ich geb mir Mühe, im Gegensatz zu so manch anderem Weichzeichner... äh... -ei. (PS: Vor einem ersten Korrekturlesen gab ich mir noch müde statt Mühe. Aber das ist wiederum ein anderes Kapitel...)

Nun hat ja ein guter Blogeintrag einen Anfang und ein Ende. Ich bin bescheiden: Ich bin mittlerweile schon froh, wenn er ein Ende bekommt. Ich hab nämlich einen ganzen Haufen an Entwürfen oder auch nur Gedankengerüsten, die einfach nix werden wollen.

Da wäre mal das kleine Philosophikum über Hollywoodstars, die es "geschafft haben" - und dann derart geschafft sind, dass sie irgendwann zum alten Eisen geschafft werden. Und da gibts viel Häme von so mancher Hausfrau, die wahrscheinlich insgeheim gern wenigstens so abgesandelt wäre wie Britney Spears in ihren übelsten Zeiten.

Oder das Sinnieren über alternative Evolutionen, in denen Männer mit Männern nur Mädchen kriegen können und Frauen mit Frauen nur Buben, und ob man das Herumgezicke gegen das Steißweh eintauschen wollert.

Oder ein Nachruf auf die geklebten "Kleckse", die in den frühen 90ern so manche Motorhaube verziert haben, und die eigentlich auch nur ein Revival aus der Steinzeit sein dürften, nachdem man in Lascaux eine Höhlenmalerei mit dem Arbeitstitel "Archaeopteryx scheißt auf Renault" gefunden hatte.

Aber mein absolutes Meisterwerk, welches seit Jahren seiner Fertigstellung harrt, ist ein historischer Rückblick auf einen bitterkalten Februarmorgen, als zwei Grüppchen durch Elsässischen Tiefschnee aufeinander zustapfen, und sich die beiden Anführer - übrigens Brüder, nämlich Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle - einander zu erkennen geben: "Sers Glotzata! No, wia gehts da?" - "Hearst, sog net ollawäul 'Glotzata' zu mir! Des gaunze Gsindl hot mi eh scho d'längste Zeit auf da Schaufe..."

Wär schön, wenn da mal was weiterginge. - Und wenn ich für diesen Eintrag auch noch ein Ende fände.

Freitag, 7. Jänner 2011

BOFH

Als allmächtiger Sysadmin hatte man früher u.a. Zugriff auf alle Passwörter jener Benutzer, die sich auf einem gewissen System anmelden. Im Optimalfall war das die ganze Firma. Früher. Der Spaß ging mittlerweile ein bisschen verloren, da seit eh schon längerem Passwörter nicht mehr unverschlüsselt abgespeichert werden. Aber bei manchen Systemen gibt es sogenannte Sicherheitsfragen, die gestellt werden, wenn jemand sein Passwort vergessen hat und es zurückgesetzt haben will, und die so persönlich sind, dass jemand anderer, der nicht gerade Wohnräume und Lebenszeit mit demjenigen teilt, eher nicht wissen wird, wie zB "Welchen Mädchennamen hatte Ihre Mutter?" oder "Wo gingen Sie in die Volksschule?". Und diese Fragen und Antworten werden in einem gewissen System kurioserweise nicht verschlüsselt gespeichert.

Eine mögliche Sicherheitsfrage war: "Wie lautet der Vorname Ihrer/s ersten Freundin/es?"

Eine gefundene Antwort: "Schlampe"

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Es wär schon fein, wenn zur Abwechslung mal was endgültig wäre...

Nicht nur Weihnachten ist ein bewährter Zeitpunkt, um über sein Leben nachzudenken. Auch sich bedrohlich nähernde, "runde" Zäsuren bieten willkommenen Anlass, einen Ausfallschritt aus dem gewohnten Trott zu machen und von der Seite zu betrachten: Wo steh ich jetzt, und - vor allem - wo steht meine Umgebung im Verhältnis zu mir?

Das Leben tendiert ja dazu, nicht sonderlich fair zu sein. Zumindest zu mir nicht. Da gibts doch tatsächlich Leute, die haben Freunde, mit denen sie nicht nur eine Windel geteilt haben, sondern tatsächlich nach wie vor eng verbandelt sind. Nun gut, ich will mich nicht mehr beschweren als nötig, schließlich besteht auch mein derzeitig innerer Kreis aus solchen und solchinnen, die bis zu einem Drittel meines bisherigen Lebens mehr oder weniger intensiv mit mir gegangen sind. Was ja durchaus sehr okay wäre, gäbe es nicht eine gewisse Fluktuation.

Mathematisch gesehen ist "Freundschaft(en)" ein nettes Liniendiagramm - als X-Achse die Zeit, als Y-Achse irgendwas... das lasst sich leider nicht so ganz fixgenau definieren, jedenfalls hats was mit räumlicher und seelischer Distanz zu tun. Und alle involvierten Personen sind Linien, die zuerst von irgendwoher links kommen und eine Weile durch die Gegend schlendern, sich dann einander annähern, plötzlich kreuzen. Manche gehen sofort wieder auseinander wie gleiche Magnetpole, manche teilen einen gewissen Zeitabschnitt, mäandern aneinander, die wenigsten gleichen sich an und werden eine Linie durch dick und dünn. Und irgendwann der Moment, da knirscht es im Gebälk. Erst ganz unmerklich, aber irgendwas ist anders. Ein kleiner Spalt bildet sich, die Linien driften auseinander. Manchmal kehren sie zum Ausgangsverhalten zurück und mäandern, aber die meisten werden von einer unsichtbaren Kraft erbarmungslos entzwei gerissen. (Nicht selten ist diese Kraft sogar ganz klar sichtbar, nämlich in Form einer weiteren Linie, aber das ist eine andere Geschichte...)

Das Paradoxon an der ganzen Situation ist: Je näher die Linien einander schon waren, desto ferner können sie einander noch werden. Was gestern noch kein Löschblatt trennen konnte, trennt morgen schon ganze Welten. Und dazwischen ein kleines Fragezeichen: Warum?
Counter